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Start der Weizer Lehrlingsinitiative ein voller Erfolg ...

30.11.2007

Wie angekündigt war ich gestern bei der Auftaktveranstaltung der Weizer Lehrlingsinitative IBI. Schon zu Beginn war klar, dass den Initatoren ein voller Erfolg zu Teil wurde, denn man mußte jede Menge zusätzlicher Stühle besorgen, um den riesigen Besucherantrang bedienen zu können.

Ein echt tolle und vor allem vorbildhafte Initative, die da als regionales Projekt gestartet wurde. IBI kämpft um eine Verbesserung des Image der Lehre, um zusätzliche Lehrstellen in der Region und um eine bessere Vernetzung jener Institutionen und Betriebe, welche die Lehrlingsausbildung voranbringen wollen. Im Rahmen des 2-jährigen Projektzeitraumes sollen Informationsveranstaltungen für Lehrlinge/Schüler, Eltern und potentiele Lehrbetriebe organisiert werden. Ziel ist es auch Betriebe zu animieren, zusätzliche oder erstmals Lehrling auszubilden.

Alles in allem eine Initative, die für viele Gemeinden ein positives Vorbild sein kann. Ich wünsche der Initative viel Erfolg und werde der Initiative natürlich jederzeit und gerne tatkräftig zur Verfügung stehen ... 

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Weizer Lehrlingsinitiative startet ...

29.11.2007

Heute abend wird das Weizer Lehrlingsporjekt IBI in der Wirtschaftskammer Weiz vorgestellt. Daneben gibt es eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Lehrlinge sichern unsere Zukunft - Chancen und Perspektiven für unsere Region". Es diskutieren namhafte Wirtschaftstreibende und Lehrlingsausbilder aus der Region. Unterstützt wird diese Initiative von der Stadt Weiz, dem AMS, den Sozialpartnern und der Polytechnischen Schule Weiz.

Ich werde diese interessante Veranstaltung natürlich besuchen und danach an dieser Stelle berichten ...

 

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The Austrian apprenticeship with part-time vocational schooling

24.11.2007

The Austrian apprentice training system consists of hands-on trainings in enterprises along with related theoretical knowledge taught at vocational schools. Thus, the apprentice enters two legal contracts: on the one hand the apprentice is a trainee of a company and on the other hand he or she is a student of a vocational school. Generally, the theoretical part comes to ten weeks a year.

Yearly about 130,000 apprentices are being trained in one of the 300 different professions or craftsmanship. The trainings last between a minimum of 2 and a maximum of 4 years.

About 40% of the pupils in Austria decide to enter an apprenticeship after ending the mandatory school, which is around the age of 16 after 9 school years. These youths can acquire a complete professional qualification in one of the 39,000 companies that offer apprenticeship opportunities.

Consequently is apprenticeship fundamental in delivering highly qualified craftsmen for the Austrian economy. At the same time it promotes the idea of entrepreneurship. About 50% of the Austrian entrepreneurs have established their own companies after an apprenticeship, whereas only 8% of the entrepreneurs have a university degree.

This dual apprentice training system in Austria helps to prevent a high unemployment rate of the youth in contrast to the other member countries of the EU. The average unemployment rate of the youth in the 25 EU member countries is currently around 15%. In Austria the same rate amounts to 7,1%.

In spite of a generally positive situation the Austrian apprenticeship system faces great challenges: On the one hand there has been a slowly rising number of apprenticeship opportunities within the enterprises. The reason can be found in a stagnating economy and thus unwillingness and fear of many companies to invest in apprentices who might leave the company after the completion of their qualification. On the other hand the image of an apprenticeship is deteriorating. More and more pupils are attracted to achieve a high school degree. In some professions training quality is poor. There are some business sections that suffer from lack of qualified workers. Their demand cannot be satisfied with the decreasing numbers of apprentices.

In times of high competition by countries with a low wage system, global market development and new technologies which come along with restructuring of business procedures, companies face great challenges. In addition to direct investments in R&D companies have to invest in their human capital, namely training and further education of their employees in order to be competitive internationally.

The “Everest Principle”©, an innovative training philosophy for companies, which put their quality of services and their customers into the center of their attention, deals with this issue. The Everest Principle© is based on the Austrian guidelines and rules for apprenticeship and consists of 8 basic rules and 8 general statements. The most important objectives of the new training philosophy are:

1. The unique quality of the training shall be regarded as the prior objective within the enterprise,

2. The involvement of the apprentices shall be regarded as an important element of the inner-business community.

3. Trainer and apprentice shall be motivated to create a more successful training atmosphere,

4. Apprentice and trainer shall be supported to maintain a high quality of customer services.

There already is an appropriate tool to achieve a leading position in a market, namely the dual training system. It has only to be used successfully. The Everest Principle© shows you the way. The Everest Principle© helps you to create a unique training system within your company.

You can also use the Everest Principle© for trainings abroad in spite of different legal environments. If you might have any questions regarding the Austrian training system or the Everest Principle© please contact me at: autor@everest-prinzip.com. I will try to be of assistance as good as I can.

With best regards, Karl Zaunschirm - 2007

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Das österreichische Lehrlingsausbildungssystem ...

24.11.2007

Das österreichische Lehrausbildungssystem zeichnet sich durch die Verbindung einer praxisorientierten Ausbildung in den Lehrbetrieben, verbunden mit einer fundierten fachtheoretischen Wissensvermittlung in den Berufsschulen aus. Der einzelne Lehrling steht einerseits in einem Ausbildungsverhältnis mit seinem Lehrbetrieb und ist gleichzeitig Schüler einer Berufsschule, wobei der Berufsschulunterricht pro Lehrjahr in der Regel zehn Wochen dauert.

Zurzeit werden insgesamt rund 130.000 Lehrlinge in einem der rund 300 ver-schiedenen Lehrberufe, ausgebildet. Die Ausbildungsdauer beträgt mindestens zwei und maximal vier Lehrjahre. Etwa 40 Prozent der Jugendlichen in Österreich entscheiden sich nach Beendigung der Pflichtschule für eine Lehre und erwerben damit eine vollständige berufliche Qualifikation in einem der insgesamt rund 39.000 Lehrbetriebe. Die Lehre ist damit die wichtigste Säule der Sicherung eines hoch qualifizierten Fachkräftepotenzials für die österreichische Wirtschaft.

Gleichzeitig ist die Lehre aber auch ein gutes Fundament für die Selbständigkeit. Nahezu 50 Prozent der österreichischen Unternehmer haben ihre berufliche Ausbildung mit einer Lehre begonnen. Im Vergleich dazu haben nur etwa 8 Prozent der österreichischen Selbständigen einen Universitätsabschluss. Im Vergleich zu den übrigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeigt sich, dass das duale Lehrlingsausbildungssystem in Österreich auch zur Vermeidung hoher Jugendarbeitslosigkeit beiträgt. Die Jugendarbeitslosenquote im EU-Durchschnitt (EU-25) beträgt derzeit etwa 15 Prozent. In Österreich liegt die Jugendarbeitslosenquote im Jahresschnitt bei rund 7,1 Prozent.

Trotz dieser allgemein positiven Situation steht auch das österreichische Lehrausbildungssystem vor großen Herausforderungen. Einerseits ist die Zahl der angebotenen Lehrstellen erst seit kurzer Zeit wieder steigend, weil zahlreiche Unternehmen angesichts der stagnierenden wirtschaftlichen Entwicklung seltener bereit sind, Investitionen in die Lehrausbildung, die sich nicht sofort rechnen, zu tätigen. Viele Unternehmer fürchten auch, dass qualifizierte Fachkräfte nach der Lehre in andere Unternehmen abwandern. Andererseits sinkt das Image der Lehrausbildung und der Facharbeit, weil die Anzahl der begabten Jugendlichen, die eine Lehre beginnen, wegen der Attraktivität rein schulischer Ausbildungen rückläufig ist und in einigen Berufsgruppen die Qualität der betrieblichen Ausbildung mangelhaft ist. Daneben gibt es in einzelnen Wirtschaftsbereichen einen latenten Mangel an qualifizierten Fachkräften, der mit den rückläufigen Kapazitäten des dualen Lehrausbildungs-systems nicht zu beseitigen ist.

In Zeiten steigender Konkurrenz der Billiglohnländer, des wachsenden Wettbewerbsdrucks, globaler Marktentwicklungen und dem Einsatz neuer Technologien, welcher mit einer Neustrukturierung der betrieblichen Abläufe verbunden ist, stehen auch die Unternehmen heute vor enormen Heraus-forderungen. Neben gezielten Investitionen in die Forschung und Entwicklung müssen Unternehmen vor allem in die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren, um ihre internationale Konkurrenzfähigkeit zu erhalten. Hier setzt das von mir entwickelte Everest Prinzip®, also innovative Ausbildungsphilosophie für Unternehmen, die Qualität und Kundenorientierung in den Mittelpunkt ihrer Bemühungen stellen wollen, an. Auf Basis der gesetzlichen Vorgaben der Lehrausbildung in Österreich gliedert sich das Everest Prinzip® in acht Grundregeln der betrieblichen Ausbildung und acht elementare Aussagen.

Die wichtigsten Ziele der neuen Ausbildungsphilosophie sind

• die konkurrenzlose Qualität der betrieblichen Ausbildung als vorrangiges Ziel aller Bemühungen im Lehrbetrieb,

• die Einbindung der Lehrlinge als wichtiges Element einer betrieblichen Interessengemeinschaft,

• die Motivation der Ausbilder und der Lehrlinge den Lehrbetrieb erfolgreicher zu machen,

• die Förderung einer ständigen und selbständigen Kundenorientierung der Lehrlinge und Fachkräfte im Unternehmen.

Ein passendes Werkzeug für die Erreichung einer Marktführerschaft – das duale Lehrausbildungssystem – gibt es bereits. Es muss nur erfolgreich genutzt und eingesetzt werden. Das Everest Prinzip® zeigt Ihnen wie. Das Everest Prinzip® macht erfolgreiche betriebliche Ausbildungen konkurrenzlos. Trotz unterschiedlicher rechtlicher Grundlagen können die systemischen Ansätze des Everest Prinzips® auch außerhalb Österreichs bei der Fachkräfteausbildung genutzt werden.

Sollten Sie Fragen zum österreichischen Ausbildungssystem oder zum Everest Prinzip® haben kontaktieren Sie mich bitte unter karl.zaunschirm@faro.co.at. Im Rahmen meiner Möglichkeiten werde ich Ihnen gerne mit Rat und Tat helfen.

© Karl Franz Zaunschirm - November 2007

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Die innovative Ausbildungsphilosophie - das Everest Prinzip

24.11.2007

Bei der Verwirklichung einer konkurrenzlos qualitativen betrieblichen Lehrlingsausbildung sinde viele ungewohnte Herausforderungen zu bewältigen. Es sind dabei Höchstleistungen verschiedener Art notwendig.

Jeder Unternehmer und Ausbildungsverantwortliche muss alte Grenzen überschreiten und bildlich gesehen sogar seinen persönlichen Mount Everest bezwingen. Deshalb habe ich die von mir entwicklete Ausbildungsphilosopie, die sich an innovative Unternehmer richtet, welche Kundenorientierung und Arbeitsqualität an die Spitze ihrer unternehmerischen Ziele setzen wollen, das Everest Prinzip genannt.

Das Everest Prinzip basiert auf folgenden acht elementaren Ausssagen:

  1. Brechen und hinterfragen Sie alle betrieblichen Übungen und Regeln der Ausbildung. Dies ist die Basis für nachhaltige Erfolge.
  2. Nur Fachkräfte (Lehrlinge), die sich als wichtiges Element einer betrieblichen Interessengemeinschaft sehen, bleiben gerne im Unternehmen.
  3. Zufriedene und akzeptierte Mitarbeiter (Lehrlinge) sind – auf Basis ihrer Möglichkeiten – bereit, ihr Bestes zu geben. Sie arbeiten im Unternehmen nicht nur motiviert mit, sondern engagieren sich auch.
  4. Soll der Mitarbeiter (Lehrling) Gutes über sein Unternehmen erzählen, so muss er die besten Gründe dafür haben. Sollte er diese Gründe vorfinden, wird er trotzdem wenn nötig offene Kritik vorbringen. Diese verfolgt aber das Ziel, das Unternehmen erfolgreicher zu machen.
  5. Ausbilder (Lehrlinge) müssen Richtiges auch tun dürfen. Bürokratische Entscheidungsprozesse töten jede Innovation.
  6. Ausbildungsverantwortliche haben nicht nur ständig zu hinterfragen, ob sie die Dinge richtig tun, sondern auch, ob sie die richtigen Dinge tun.
  7. So, wie Unternehmer ihre Fachkräfte (Lehrlinge) behandeln, werden sie letztlich auch von ihren Mitarbeitern behandelt.
  8. Das wichtigste Ziel der betrieblichen Ausbildung ist, die Fachkräfte so auszubilden, dass sie ständig und selbständig bestrebt sind, die Wünsche der Kunden zu erfüllen.

Gleichzeitig habe ich folgende acht Grundregelen für Ausbilder in Betrieben entwickelt, die das Everest Prinzip erfoglreich in der Praxis umsetzen wollen:

  1. Einer für alle, alle für einen.
  2. Wer Gespräche durch Beobachtungen ersetzt, bleibt erfolglos.
  3. Nehmen Sie nichts persönlich.
  4. Unterschiedliche Begabungen verlangen nach unterschiedlichen Methoden.
  5. Fingerspitzengefühl ist unentbehrlich.
  6. Ausbilder sind ein viel größeres Vorbild, als sie jemals annehmen würden.
  7. Sorgen Sie für Überraschungen im Ausbildungsalltag.
  8. Wenn es um die Qualität der betrieblichen Ausbildung geht, sollten Sie auf Kompromisse verzichten.

Falls Sie als konkrete Fragen zum Everest Prinzip haben, kontaktieren Sie mich bitte einfach - ich freue mich auf Ihre Anfragen und werde Ihnen sehr gerne einige Erfolgstipps eröffnen.

Ihr Lehrlingscoach

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Antworten auf alle Fragen rund um die Lehrlingsausbildung ...

24.11.2007

  • Sie stehen vor der Entscheidung ob Sie weiterhin eine Schule besuchen oder in eine Lehre eintreten?
  • Ihr Kind ist auf der Suche nach einer Lehrstelle - was gilt es dabei alles zu beachten?
  • Bei der Ausbildung in Ihrem Lehrbetrieb läuft nicht alles rund?
  • Sie überlegen, ob es sinnvoll ist, auch in Ihrem Unternehmen Lehrlinge auszubilden?
  • Sie wollen Lehrlinge innovativ ausbilden und in wenigen Jahren über die besten Fachkräfte in Ihrer Branche verfügen können?
  • Die Kommunikation zwichen Lehrberechtigen und Lehrling ist alles andere als zufriedenstellend - welche Lösungen gibt es?
  • Die rechtlichen Rahmenbedingungen der Lehre sind ein wenig kompliziert - wer weiß Rat?
  • Wo und wie erhalten Sie Förderungen für die Ausbildung von Lehrlingen?
  • Wie könnte das duale Ausbildungssystem in Österreich sinnvoll weiter entwickelt werden? Was kann hier die Politik beitragen?

Alles Fragen, die in diesem Weblog sehr willkommen sind. Natürlich können Sie mir auch Ihre ganz persönlichen Fragen und Problemfälle übermitteln. Ich freue mich auf Ihre Kontaktnahme, werde Ihnen gerne einige Erfolgstipps eröffnen und wünsche Ihnen das, was Sie sich wünschen.

Ihr Lehrlingscoach

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Lehrlingsausbildung quo vadis?

23.11.2007

Mit dem Winterbeginn ist alljährlich ein bereits vertrautes Ritual in der heimischen Politik zu beobachten, das unweigerlich an eine wunderbare Filmkomödie, mit Bill Murray in der Hauptrolle, erinnert: „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Politiker und Sozialpartner aller Parteien beklagen, dass tausende Schulabgänger, trotz aller Anstrengungen, wieder keine Lehrstelle finden. Natürlich fehlt es bei diesen - zur Beliebigkeit verkommenen - politischen Ritualen nicht an gut gemeinten Vorschlägen, wie die Lehrplatzmisere nun endlich zu beseitigen wäre.

Der aufmerksame Beobachter erkennt allerdings sofort, dass der heimische Lehrstellenmarkt seit Jahren in einer veritablen Krise steckt. Denn zeitgleich beklagen die obersten Wirtschaftsvertreter den ladenden Facharbeitermangel. Bereits jeder zweite mittelständische Betrieb leitet unter einem existenz-bedrohenden Facharbeiternotstand.

Von allen Seiten werden rasche Maßnahmen gefordert. Ja kann es das wirklich geben, dass den heimischen Betrieben zigtausende Fachkräfte fehlen und gleichzeitig tausende Schulabgänger mit durchaus herzeigbaren Zeugnissen nicht einmal eine Einstiegsmöglichkeit in die vielfach beschworene Karriere mit Lehre finden? Ja, so unglaublich es auch anmuten mag, durchaus!

Es lohnt sich also einen genauen Blick hinter die medienwirksamen Kulissen der politischen Auseinandersetzung auf die tatsächlichen Gegebenheiten und Befind-lichkeiten am Ausbildungsmarkt und auf den bisherigen Weg in die Krise zu werfen.

Lange Zeit war man in Österreich stolz auf das weltweit anerkannte duale Aus-bildungssystem. Vorwiegend praktische Ausbildung im Lehrbetrieb und begleitend theoretische Ausbildung in der Berufsschule lautete die Erfolgsformel, die im Jahre 1970 zum Berufsausbildungsgesetz führte. Seine Hochblüte erlebte das duale System in den achtziger Jahren. So standen vor zwanzig Jahren rund 160.000 Lehrlinge in einem Lehrverhältnis. Lehrlingszahlen, von denen man heute nur noch träumen kann. Aktuell werden rund 126.000 Lehrlinge ausgebildet, was einen Rück-gang von rund 34.000 Lehrstellen in den letzten beiden Jahrzehnten bedeutet.

Eine Zahl, die verdeutlicht, dass der duale Ausbildungsweg gegenüber den schulischen Ausbildungswegen massiv an Attraktivität verloren hat. Ein wesentlicher Grund dafür ist der massive Rückbau an Lehrplätzen in der heimischen Industrie, der Mitte der Achtzigerjahre mit der Krise der verstaatlichen Industrie (Stichwort Intertrading) eingeläutet wurde. Mit der gewinnorientierten Neuausrichtung der Industriekonzerne mussten sich Investitionen in die Ausbildung von Lehrlingen plötzlich kurzfristig rechnen. Für ein Angebot von Lehrstellen, das über dem tatsächlichen betrieblichen Bedarf an Fachkräften lag, war kein Platz mehr.

Unweigerlich schrumpfte das Lehrstellenangebot auf breiter Front. Gleichzeitig wurde es modern, einen schulischen Ausbildungsweg zu beschreiten. All Jene, die halbwegs brauchbare schulische Leistungen vorweisen konnten, strebten eine weiterführende schulische Ausbildung an. Dies entsprach durchaus dem Zeitgeist, denn schließlich sollte es die junge Generation einmal leichter haben ihr Geld zu verdienen, als ihre Eltern, die dafür noch ihrer Hände Arbeit einsetzen mussten. Die mangelnde Durchlässigkeit im Bildungssystem tat ein Übriges, denn eine Lehre mit anschließender Matura war für eine sehr lange Zeit eine faktische Mission impossible.

Bei einer sachlichen Abwägung dieser Entwicklung verfestigt sich der Eindruck, dass sich das Qualifikationsniveau der Lehranfänger dadurch schrittweise ver-schlechterte. Dies soll keinesfalls pauschal Wasser auf die Mühlen jener Interessen-vertreter leiten, die populistisch behaupten, potenzielle Lehranfänger könnten heute weder Schreiben noch Rechnen. Es soll aber eine Besonderheit aufzeigen, die das Image der Facharbeit schädigt, nämlich den Umstand, dass für den Einstieg in ein Lehrverhältnis faktisch keine Voraussetzungen bestehen (außer dem Mindestalter, welches in Österreich eine Beschäftigung zulässt). Unweigerlich setzte sich damit eine negative Dynamik in Bewegung mit deren Auswirkungen wir in der Gegenwart konfrontiert sind. Die Globalisierung der Märkte sorgte gleichzeitig für Verschärfung der Wettbewerbssituation, die den wirtschaftlichen Druck auf die Unternehmen erhöhte.

Ausbildungsinhalte sollten nach Meinung vieler Lehrberechtigter in erster Linie in den Berufsschulen vermittelt werden, denn schließlich zahlte man ja die Lehrlings-entschädigung während des Schulbesuches weiter. Die Qualität der Ausbildung ging unweigerlich zurück. Nicht mehr ganz so gut qualifizierte Lehrlinge wurden zu Fach-arbeitern und früher oder später zu Ausbildern, die ihre Qualifikation an die nächste Lehrlingsgeneration weiter gab.
Ein Negativkreislauf, der bisher nicht zu stoppen war. Wen wundert es also, dass die Wirtschaftsbetriebe heute lauthals den Fachkräftemangel beklagen? Präzise gesagt, fehlen allerorts die hoch qualifizierten Fachkräfte. Arbeitnehmer mit einer formalen Facharbeiterqualifikation gibt es schließlich mehr als genug. Die Zahl der ungelernten Arbeitnehmer ist heute auf einem historischen Tiefstand.
Die wohlwollenden Bemühungen des Arbeitsmarktservice bei der arbeitsplatz-orientierten Neu- oder Nachqualifikation von Fachkräften war angesichts dieser Entwicklung auch nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein, der aber zumindest einen vollkommenen Systemkollaps verhinderte. Was der Status Quo in Zeiten eines globalen Wettbewerbes bedeutet, mag sich jeder selbst ausmalen.

Für die heimischen Arbeitnehmer wird diese Perspektive noch trister, denn junge, hoch motivierte Fachkräfte in China oder Indien warten in globalen Märkten mit virtuellen Bildschirmarbeitsplätzen nur darauf, die heute noch sicher erscheinenden Arbeitsplätze der heimischen Arbeitnehmer zu übernehmen. Angesichts dieser Ausgangssituation und den alles andere als rosigen Perspektiven verwundert es umso mehr, dass vielerorts noch die bekannte österreichische Gelassenheit herrscht. Es bleibt ja schließlich noch die Hoffnung, dass es schon nicht ganz so schlimm kommen wird.

Zum Glück gibt es auch erwähnenswerte Initiativen, die sich der negativen Ent-wicklung entgegenstemmen. Egon Blum, als Lehrlingsbeauftragter der Bundes-regierung, sei hier an erster Stelle genannt. Seinen Aktivitäten ist es unter anderem zu verdanken, dass die Zahl der angebotenen Lehrplätze auf dem Niveau des Jahres 2000 gehalten werden konnte und dass Lehre und Matura kein Traum mehr bleiben muss (Details siehe www.egon-blum.at). Viele Initiativen bleiben aber beim altbewährten und meist erfolglosen sozialpartnerschaftlichen „Schattenboxen“ auf der Strecke oder greifen zu kurz.

Welche Forderungen stehen derzeit auf der Tagesordnung zahlreicher Arbeits-gruppen und Initiativen der Sozialpartner? Je nach interessenpolitischer Zugehörigkeit werden eine Kündigungsmöglichkeit von Lehrverhältnissen, höhere Lehrstellenförderungen und eine Übernahme der Berufsschulkosten bzw. der Lehrlingsentschädigung für den Zeitraum des Schulbesuches durch die öffentliche Hand oder einen Berufsausbildungsfonds, eine bessere Kontrolle der Ausbildungs-qualität und Flächenlehrberufe mit qualifizierten Ausbildungsinhalten gefordert.
Viele dieser Forderungen wurden schon von einer Generation innerhalb der Sozialpartnerschaft an die nächste weiter gegeben und sind deshalb alles andere als dynamisch. Allerorts scheint man also noch genügend Zeit und Spielraum zu haben, aber die Konkurrenz schläft nicht. Ein Blick ins Internet müsste reichen, um zu erkennen, dass viele Volkswirtschaften bereit auf der Überholspur unterwegs sind.

Bereits umgesetzte Lösungsvorschläge, wie der Blum Bonus, neue Lehrberufe oder eine Aufweichung des Arbeitnehmerschutzes für Jugendliche kämpfen zwar gegen den Negativtrend an, eine Lösung brachten sie aber allesamt nicht. Was fehlt, ist der große Wurf in Form einer wagemutigen Gesamtlösung.

Gleichzeitig ist ein visionäres gemeinsames Ziel vonnöten. Politische Verant-wortungsträger hätten dieses Ziel schon längst öffentlich formulieren müssen, nämlich, dass wir in Österreich in fünf Jahren über die weltweit besten Facharbeiter verfügen. Ein großes Vorhaben gelassen formuliert - ja, genau diese gewagte Zielformulierung würde den notwendigen Anstoß zu großen Leistungen bewirken.
Ohne interessenpolitische Brillen, Scheuklappen oder Justamendstandpunkte könnten neue Initiativen gestartet werden, die uns eine Chance bieten würden, unseren Lebensstandard mittelfristig abzusichern. Großes könnte bewegt werden. Es würde allgemein ins Bewusstsein gebracht werden, dass wir nur mit innovativen und modernsten Produkten und Dienstleistungen eine Chance haben, auf globalen Märkten zu bestehen. Jedes Unternehmen auf der Welt, das künftig über eine Betriebs-ansiedlung nachdenkt, würde an Österreich nicht vorbei kommen, weil es hier ein ausreichendes Potenzial an Spitzenfachkräften - den besten weltweit - gebe. Ein realistisches Szenario oder ein Hirngespinst? Können gemütliche Österreicher so ein Ziel erreichen?

Ja, sie könnten es! Vom LD-Konverter, über Mannerschnitten, oder Swarovski-Kristalle bis hin zu Red Bull Power Drinks bewiesen und beweisen Österreicher, über welches Potenzial sie verfügen können, wenn sie die Ärmel aufkrempeln und anpacken. Ausgestattet mit dem - allgemein außer Streit gestellten – Ziel die weltweit besten Fachkräfte auszubilden, könnte man sich gemeinsam auf den Weg machen, um die Marke duale Ausbildung wieder hell zum Glänzen zu bringen und letztlich eine wirtschaftliche Vormachtsstellung erlangen.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind nachstehend einige visionäre Vorhaben genannt, die diese Zielerreichung ermöglichen würden:

• Jeder Lehrling muss vor dem Eintritt in ein Lehrverhältnis eine branchenbezogene Qualifikationsprüfung ablegen, deren erfolgreiche Absolvierung erst einen Eintritt in ein Lehrverhältnis ermöglicht. Öffentlich finanzierte Vorbereitungskurse werden jenen Schulabgängern angeboten, die diese Prüfungen nicht auf Anhieb schaffen. Für Jugendliche, die diese Hürde nicht schaffen, ist das bestehende Modell der Integrativen Berufsausbildung zu adaptieren. Die Prüfungen wären von den Wirtschaftskammern zu organisieren und von den bestehenden Lehrabschluss-prüfungskommissionen abzunehmen.

• Eine Beendigung des Anachronismus, dass der Lehrling immer dann in die Berufsschule muss, wenn es einen freien Schulplatz gibt und wenn es keine Schulferien gibt, ist unumgänglich. Der Lehrbetrieb muss in Absprache mit dem Lehrling den Berufsschultermin selbst bestimmen können. Faktisch jede brauchbare Ausbildung in der Erwachsenenbildung ist modular organisiert. Ein Neueinstieg jederzeit möglich. Warum gibt es dies nicht auch längst in den Berufsschulen?

• Eine Investitionsinitiative für Berufsschulen und Internate ist dringend erforderlich und noch dazu gut investiertes Kapital. Modernste Ausbildungsbedingungen sind auf dem Weg die besten Fachkräfte heranzubilden unerlässlich. Zur Kostenminimierung könnte dabei auch der bestehende Maschinenpark von Erwachsenenbildungs-einrichtungen und Lehrwerkstätten genutzt werden. Endlich hätte man auch eine Verwendung für leerstehende Lehrwerkstätten. Gleichzeitig sollten den Lehrlingen modernere Unterbringungsmöglichkeiten angeboten werden, denn Höchstleistungen korrelieren auch mit einem passenden Umfeld.

• Wo bleibt die Vernetzung der Forschungsstätten der Universitäten mit den Berufsschulen? Gibt es keine Forschungsprojekte, die Berufsschüler und Studenten gemeinsam erarbeiten könnten?

• Facharbeiterprüfung und anschließende Berufsmatura sollten zum allgemeinen Standard erhoben werden. Dies würde bedeuten, dass die Erstausbildung generell in einer Berufsmatura mündet.

• Die Berufsbildinhalte sind zu entrümpeln und mit betriebswirtschaftlichen Inhalten so aufzuwerten, dass mit der Lehrabschlussprüfung automatisch auch die Gewerbeberechtigung im jeweiligen Gewerbe erworben wird. Von diesem Auto-matismus dürfte es nur in begründeten Fällen eine Ausnahme geben. Mit einem Schlag hätte man eine willkommene Gründerwelle und eine spürbare Verbesserung der Attraktivität der Lehrausbildung erzeugt.

• Die Lehrabschlussprüfung wird geteilt. Nach dem Ende jedes Lehrjahres ist eine Zwischenprüfung abzulegen. Bei mangelnden Leistungen können sofort Gegen-maßnahmen ergriffen werden.

• Lehrbetriebe, welche die außer Streit gestellte Zielsetzung aus den Augen verlieren und auf betriebliche Ausbildungsinhalte verzichten, verlieren ihre Ausbildungsberechtigung, falls ein sozialpartnerschaftliches Coaching des Lehr-berechtigten fruchtlos bleibt.

• Betriebe, die innovative Ausbildungsprojekte durchführen, über den eigenen Facharbeiterbedarf hinaus Lehrstellen anbieten, einen betrieblichen Zusatzunterricht offerieren, Lehrlinge in Seminare schicken oder eine externe Ausbildungsberatung in Anspruch nehmen, erhalten öffentliche Förderungen. Diese Mittel würden durch den Wegfall teurer AMS-Umschulungen frei werden. Was uns jetzt noch fehlt, sind mutige Politiker, mit dem Herz am rechten Fleck, die sich, ohne auf mögliche Wahlergebnisse zu schielen, getrauen diese heißen Eisen im Feuer der Begeisterung zu schmieden. Die bereit sind, sich auch mit der eigenen Klientel anzulegen, wenn es dem Ziel dient unsere Fachkräfte wieder an die Weltspitze zu katapultieren.

© Karl Franz Zaunschirm 

Quelle der Lehrlingsdaten: Aktuelle Informationen des Regierungsbeauftragten über die Entwicklung von Lehrlingszahlen und Lehrstellenmarkt in Österreich und den Bundesländern - Aktueller Stand vom 31.Juli 2007 © 2006 KommR Egon Blum.

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